Oh, wie soll ich nur anfangen diese epische Reise zu beschreiben? Vielleicht mit den 2 Kuchen (Apfel Pie und Zitrone-Baiser Pie) die ich Sonntag (Abreisetag) Vormittag noch schnell gebacken habe? Oder vielleicht wie wir ziemlich planlos gepackt und ohne Unterkunft (leider keine Couchsurfer gefunden) und nur halb bewegungsfähig (der Engländer hatte sich 4 Tage zuvor eine Minuskusverletzung zugezogen) losgefahren sind? Auf jeden Fall merkt ihr, das ganze war etwas chaotisch.
Trotz allem, waren wir unterwegs, jeder ein MacBook, ein iPhone, eine Kamera, einen Kuchen und tausend Verbindungskabel unterm Arm. Und nach einem kurzen Besuch in der Touri-Zentrale Banff auch schon auf der "schönsten Straße Kanadas", was, wie sich herausstellte, höchstwahrscheinlich stimmt. Auf dem Weg von Canmore nach Jasper (ca 400km) hat irgendwer, der Ahnung hat, ungefähr 100 Ausblickspunkte und Wanderwege festgelegt und ungefähr so oft hält man auch an, wenn man, wie wir, nichts besserers zu tun hat.
Die Berge sind, wie man sich denken kann, atemberaumend, ziemlich wörtlich gemeint. Und wer hätte gedacht, dass ich sie mal vermissen würde. Aber dazu später mehr.
Da wir ziemlich spät losgefahren waren, erreichten wir leider nur die Hälfte der Strecke im Hellen oder im Sonnenuntergang. Es war an der Zeit eine Unterkunft zu finden, doch wär hätte es gedacht. Ein Land das wahrscheinlich sehr gut von seinem Wintertourismus lebt und an -30°C Winter gewöhnt ist, schafft es nicht Jugendherbergen oder Campingplätze freizuschaufeln. So kam es, dass wir fast bis nach Japser fahren mussten, um eine geöffnete Jugendherberge zu finden. Und das war das beste was uns passieren konnte!
Nur fließendes Wasser gab es nicht, aber sonst war das wohl die beste Jugendherberge meines Lebens (sagt auch der Engländer).
Am nächsten Morgen, nach dem besten Schlaf seit langem und meinem erbärmlichen Versuch in das tiefste Loch der Welt, das die Toilette war, Pipi zu machen, ging es weiter. Aber in die andere Richtung, denn schließlich hatten wir in der Dunkelheit alles verpasst. Wie zum Beispiel die Icefields, im Sommer eine Touristenfalle (50$ damit dich ein Bus 2km auf sonen Gletscher karrt und 15 Minuten rumlaufen lässt), im Winter ziemlich verlassen. Klickt auf die Bilder, um sie zu vergrößern, bitte.
Urgh, die Details verlassen mich, aber was bis jetzt noch so passiert ist (in keiner bestimmten Reihenfolge): erste Wildleben Begegnung: Rehe, dann Ziegen, Eichhörnchen, Elche; stärkster Kaffe überhaupt ist der Bärenkaffee in Jasper und Umgebung (BioBio); ich mache Lunch im Auto.
Nach 1000 und 1 tollen Sachen, die ungefähr alle so aussahen wie das da oben (aber, Mann, ist es mal egal, ob alles gleich aussieht, wenn das so geil aussieht) waren wir dann wieder in der tollen Jugendherberge. Wasserpumpe!

Noch mehr schöne Sachen!!
Nach Nacht Nummer 2 sind wir also am Morgen Nummer 3 angekommen. Am Abend zuvor waren wir schon mal kurz in Jasper, bisschen Einkaufen und die Umgebung abchecken und es roch nach Urlaub, son bisschen wie in Frankreich. Warm, Grillen und sone kleine Bäckerei anner Ecke.
Da unsere Jugendherberge für die Nacht zumachte, mussten wir eine weiter ziehen; die JH in Jasper. Weniger klein und ruhig, mehr hipp und super. Bilder!!!
Auf Grund gewisser Sachverhalte (nen Mädchen und nen Typ kommen irgendwo zusammen rein), wurde angenommen ich und der Engländer seien zusammen und so verbrachte ich die Nacht im Herrenschlafsaal. Was angenehm roch. Ha ha. Das Haus war voll. Null Ventilation des Nachts.
Egal zurück zu Tag Nummer 3. Den verbrachten wir in Jasper un Umgebung. Erstmal Bärspray gekauft (jaha, ihr lest richtig. Hier gibt es kein Pfefferspray, hier gibt es BÄRSPRAY) und dann durfte ich fahren (seltsamen Automatik Jeep, aber egal), da der Engländer auf Grund seiner Knieverletzung nicht der Fitteste war. Trotz dieses unwichtigen Fakts sind wir dann Wandern gegangen. Im knietiefem Schnee. Mit Schneeschuhen.
Jah, da gings uns noch gut. Nach ca. 40 Minuten durch Schnee waten begriffen wir, dass wir nicht wie gedacht auf dem Wanderweg waren, der uns zum See führen sollte, sondern dass wir die "Parkplatz Route" gelaufen waren, vom Schnee verdeckt. Welch ein Abenteuer.
Etwas gedemütigt von dem ganzen Wanderdesaster fuhren wir zurück in Richtung Jasper (direkt: kein Schnee mehr) und verbrachten den Abend am Strand des Sees Annette, ein Buch lesend. Ich bereute es schnell nicht mein Handtuch mitgebracht zu haben (Weg zum Auto: 30 Minuten. Demotivation.), denn das wär der perfekte Ort zum Schwimmen gewesen.


Tag 4 verbrachten wir damit, aus den Rockies rauszufahren, was ich erst ziemlich toll fand. Das ganze hatte so die Atmosphäre, von was ich mir unter Texas vorstelle. Warm genug war es auch. Die meisten kleinen Örtchen die wir durchfuhren waren einfach nur Häuser, Supermärkte und Fast Food Ketten um den Highway drumgebaut. Je näher wir jedoch unserem nächsten Ziel kamen, so klarer wurde mir, dass die Berge tausendmal besser gewesen wären als das Drecksloch, das sich Edmonton nennt. Kein Scheiß. Nie wollte ich schneller aus einer Stadt wieder hinaus, als aus diesem Ghetto/Gruseligen, gleichaussehenden, riesenformatigen Wohnhaussiedlungen. Hässlich. Deprimierend. Galleaufstoßend. All diese Wörter treffen zu.
Schön war, dass wir bei unserm Ex-Mitbewohner, dem Tschechen, schlafen konnten.
Morgen 5 verbrachten wir dann im größten Einkaufszentrum Nordamerikas (bis 2004 hatte es den Ruf des größten Einkaufszentrum der Welt, doch dann verlor es diesen Status ;). Da wurden sich erstmal Flipflops gekauft.
Und so ging unsere Ilias-gleiche Reise in Calgary (1 Stunde Fahrt), einen Freund des Engländers vom Flughafen abholend, dem Ende zu. Wie wir merken: keine Fotos. Weil, nichts zu sehen. Das wars. Vielleicht schaffe ich noch nen Vlog.


1 comments:
OLÈ meine geliebte lina!
ey mann, bin ich neidisch jetzt! >.< die bilder sind der hammer. ehrlich. ...und ich hab mir ralle größer vorgestellt hahahaaa
ich erwarte sehnsüchtig den vlog und noch mehr mehr mehr blogeinträge! bis dann und ne umarmung gibts auch noch,
katha
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